08 Mai 2016

„Augenlicht schenken“ – wenn Armut blind macht

Alle zehn Sekunden erblindet ein Erwachsener, jede Minute ein Kind. Die meisten von ihnen verlieren ihr Augenlicht wegen Krankheiten der Armut, die heilbar wären.

Weltweit sind gemäss WHO rund 1,4 Millionen Kinder unter 15 Jahren blind – und jedes Jahr kommen tausende weitere dazu. Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte aller blinden Kinder im ersten oder zweiten Jahr nach der Erblindung stirbt. Die Gründe für die Erblindungen sind vielfältig: Masern, Vitamin-A-Mangel oder Augenkrankheiten bei Frühgeburten sind einige der Ursachen. Einige Kinder leiden von Geburt an am grauen Star. Aus Unwissen, Armut oder aus Aberglaube wird ihnen vielfach nicht geholfen.

Die Armutsblindheit ist eine vergessene Katastrophe: Es warten noch Millionen Kinder und Erwachsene auf unsere Hilfe.

90 Prozent der blinden Menschen leben in den ärmsten Ländern der Welt, die meisten davon in Afrika und Asien. In vielen dieser Regionen gibt es kaum Ärzte und Medikamente, die Menschen leben unter schlechten hygienischen Bedingungen, sind mangelernährt und besonders anfällig für Krankheiten. Das führt dazu, dass 80 Prozent aller blinden Menschen ihr Augenlicht wegen Krankheiten verlieren, die eigentlich verhütbar und heilbar sind.

Sehbehinderungen und Blindheit sind für die Menschen in den Ländern des Südens eine besonders schwere Bürde. Rehabilitation oder Hilfsmittel für den Alltag gibt es kaum.
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) setzt sich aktiv dafür ein, dass die Armutblindheit in Asien und Afrika drastisch reduziert wird.

  • Hintergrundinformationen

    Hauptursache der Armutsblindheit ist der graue Star. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass rund 51 Prozent aller Erblindungen auf den grauen Star zurückzuführen sind. Sie hat die Kampagne  «Vision2020 – das Recht auf Sehen» ins Leben gerufen, um die Armutsblindheit drastisch zu reduzieren.  Auch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) setzt sich aktiv dafür ein.
  • Fakten zur Armutsblindheit

    • Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen blind und 246 Millionen stark sehbehindert.
    • Die häufigste Ursache für Armutsblindheit ist der graue Star (Katarakt).
    • 80 Prozent aller Blinden verlieren ihr Augenlicht an heilbaren Krankheiten.
    • «Vision2020 – das Recht auf Sehen», die weltweite Initiative der WHO, will bis im Jahr 2020 die verhütbare Blindheit bekämpfen. Das SRK wirkt an der Umsetzung dieses Zieles mit.
    Das Augenlicht zu verlieren ist ein schweres Schicksal. Zu wissen: Jeder Schritt in unbekannter Umgebung birgt Gefahren, jeder nicht sorgsam abgelegte Gegenstand muss mühsam ertastet werden – das ist für sehende Menschen kaum vorstellbar. Für Millionen von Menschen ist diese Vorstellung jedoch Realität. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass weltweit rund 40 Millionen Menschen blind und 246 Millionen stark sehbehindert sind.
  • So arbeitet das SRK gegen die Armutsblindheit

    Gemeinsam mit den lokalen Rotkreuz-Gesellschaften baut das SRK in seinen Einsatzländern Nepal, Kirgistan, Ghana, Mali und Togo qualitative, regionale augenmedizinische Dienste auf. Ziel ist die Prävention und Heilung von Augenkrankheiten. Eine Expertengruppe aus mehreren Schweizer Augenärzten berät das SRK in allen augenmedizinischen Fragen.
    • die Aus- und Weiterbildung von einheimischen Fachpersonen und Freiwilligen bildet das Fundament der Rotkreuzhilfe gegen die Armutsblindheit.
    • gut ausgebildete Freiwillige und Gesundheitsarbeiter klären in Dörfern über die Ursachen und Behandlungen von Augenkrankheiten auf.
    • in Schulen werden Kinder und Jugendliche präventiv an den Augen untersucht und wenn nötig behandelt.
    • in ganz abgelegenen Regionen werden mobile Augencamps organisiert. In diesen Camps und in kleinen Distrikt-Spitälern operieren und behandeln Augenärzte und Augenpfleger so viele Patienten wie möglich.
    • Gesundheitsposten und Augenkliniken werden gebaut und mit medizinischen Geräten und Materialien ausgerüstet.
    • gemeinsam mit dem lokalen Roten Kreuz und abgestimmt auf die jeweilige nationale Gesundheitspolitik schafft das SRK so qualitative augenmedizinische Dienstleistungen.

 

Kontakt

www.redcross.ch

Annette Godinez
Projektleiterin
Augenlicht schenken

Schweizerisches Rotes Kreuz
Rainmattstrasse 10
3001 Bern